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Hoflößnitz Festsaal

Historisches Band mit dem niederländischen Königshaus

Dresden Elbland und die Oranier

Seit 2022 sind Dresden und das Elbland Teil der Oranier-Route – ein touristisches Band, das niederländische und deutsche Orte miteinander verbindet, die für die Geschichte des Königshauses und der Niederlande eine herausragende Rolle spielen.

 

Tragische Liebe

Kupferstich Anna von Sachsen
Kupferstich Anna von Sachsen
Foto: Wikipedia

Die gemeinsame Geschichte begann mit Wilhelm I., Prinz von Oranien, Graf von Nassau-Dillenburg (1533-1584) der ab 1559 zunächst als Statthalter zum Begründer des Königshauses der unabhängigen Niederlande wurde. 1561 heiratete er in zweiter Ehe Anna von Sachsen (1544–1577).  Ihr gemeinsamer Sohn war Moritz (1567–1625), Statthalter der Niederlande. Er wurde nach seinem Großvater, dem sächsischen Kurfürsten Moritz benannt. Er war wesentlich für die Reorganisation des Heeres der Vereinigten Niederlande verantwortlich und sorgte als erfolgreicher Feldherr für den weiteren Bestand und die Vergrößerung der Niederlande. Nach ihm wurde die Insel Mauritius benannt. Er liegt ebenso wie sein Vater Wilhelm I. in der Neuen Kirche in Delft begraben.

Die weitere Geschichte der Anna von Sachsen verlief tragisch. Nach einer erzwungenen Scheidung verbrachte sie ihre letzten Lebensjahre in Hausarrest im Dresdner Residenzschloss. Sie wurde im Meißener Dom begraben.

Oranier-Stätten in Dresden

Während an Anna selbst im Dresdner Residenzschloss bald ein Café erinnert, ist ihr Vater Moritz an vielen Stellen der Ausstellungen im Renaissanceflügel präsent. In den Bereichen „Auf dem Weg zur Kurfürstenmacht“ und „Weltsicht und Wissen um 1600“ sowie im Riesensaal wird Moritz von Sachsen in historischen Bildern, Text und auch durch das Original des Moritz-Monuments dargestellt.

Das unterhalb der Brühlschen Terrasse an der Ecke der alten Bastion angebrachte Moritzmonument ist weithin sichtbar. Nach seiner Restaurierung ist das Original des bedeutenden Renaissance-Denkmals im Residenzschloss ausgestellt, während es am Originalstandort durch eine Replik ersetzt wurde.

Unweit davon ist Kurfürst Moritz von Sachsen Hauptperson in der Festung Xperience. In der innovativen multimedialen Ausstellung in den Gewölben der alten Festungsanlagen tritt er den Besuchern mehrfach virtuell gegenüber.

Weitere mit den Niederlanden verbundene Institutionen und Sehenswürdigkeiten in Dresden

Die Gemäldegalerie Alte Meister im Semperbau des Zwingers zählt zu den bedeutendsten Gemäldemuseen der Welt. Es besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen niederländischer Malerei außerhalb der Niederlande mit Werken von Rembrandt, Vermeer, Van Dyk, Rubens u.v.a.

Das Kupferstich-Kabinett im Residenzschloss gilt als eine der bedeutendsten Graphiksammlungen. Für die Oranier-Route bedeutsam ist das Konvolut wichtiger Graphiken und Zeichnungen von Rembrandt

Das für nicht wissenschaftliche Besucher nur eingeschränkt zugängliche Hauptstaatsarchiv bewahrt wesentliche Dokumente des sächsischen Hofs, die auch den Biographen Annas von Sachsen sowie ihres Vaters Moritz zur Grundlage dienten.

An die Stadt Delft, der Grablege Wilhelms I. von Oranien und fast aller weiteren Mitglieder des niederländischen Herrscherhauses, erinnert ein großformatiges Wandbild in Pfunds Molkerei, dem schönsten Milchladen der Welt. Das Bild wurde allerdings nicht in Delft sondern nur im Stil der Delfter Keramik von Villeroy&Boch in Dresden gefertigt.

Oranier-Stätten im Elbland

Von Vögeln, Wein und Porzellan

Der gotische Dom zu Meißen bildet zusammen mit der Albrechtsburg ein bedeutendes historisches Ensemble. Die Westapsis ist Grablege zahlreicher Mitglieder der wettinischen Herrscherfamilie. Nachdem Anna von Sachsen in der dortigen Fürstenkapelle zunächst anonym bestattet wurde, erinnert heute ein moderner Grabstein an die für das Haus Oranien wichtige Frau. Ihr Ehemann, Wilhelm von Oranien, ist in Delft begraben. Während Meißen Gründungsort der ersten europäischen Porzellanmanufaktur ist, ist Delft Zentrum der niederländischen Keramik- und Porzellanherstellung.

Die Ursprünge von Schloss Moritzburg, dem berühmten Jagdschloss Augusts des Starken, gehen auf Kurfürst Moritz zurück, nach dem es auch benannt wurde.

Das Weingut Hoflößnitz in Radebeul kam mit den umliegenden Weinbergen bereits 1401 in den Besitz der Wettiner. 1648 bis 1650 baute Kurfürst Johann Georg I. das noch heute erhaltene Lusthaus. Für die Oranier-Route bedeutsam ist der Festsaal des Historischen Weinguts mit Darstellung brasilianischer Vögel und Musen.      

Der Maler war Albert Eckhout (ca. 1607-1666), der an der Brasilien-Expedition des General-Gouverneurs Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604–1679) teilgenommen hatte. Johann Moritz von Nassau-Siegen war Enkel von Johann VI. von Nassau-Dillenburg, der als Bruder von Wilhelm von Oranien maßgeblich am Fall Annas von Sachsen beteiligt war. Johann Moritz von Nassau-Siegen war Begründer des berühmten Mauritzhuis in Den Haag.

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