Weinberge bei Radebeul

Winzertradition seit 1200

Groß: Über 850 Jahre sächsischer Weinbau

Gute Böden, passendes Klima, jahrhundertealtes Wissen: Sachsen bietet perfekte Weinbau-Bedingungen – und steht eher für Qualität als Menge. Mit nur 450 Hektar Rebfläche zählt der Freistaat zu Deutschlands kleinsten Weinbaugebieten. Nahe der nördlichen Anbaugrenze verwöhnt das besondere Klima des Dresdner Elbtals die Trauben: Nirgendwo in Sachsen ist es so warm wie hier: Jährlich über 1.600 Sonnenstunden und im Durchschnitt neun Grad Celsius lassen den Wein zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz auf 15 Einzellagen prächtig wachsen: Hier fühlen sich dutzende Rebsorten von Müller-Thurgau über Riesling und Weißburgunder bis zu Traminer und Dornfelder zuhause. 

Lang: Der Weg zum heutigen Weinbau

Verbürgt ist der Weinbau im Elbtal seit 1161, wenn auch der Meißner Bischof Benno wohl sogar um 1100 schon Rebstöcke in seinem Bistum pflanzen ließ. Wahrscheinlich sind es fränkische Siedler oder Reisende, die erste Pflanzen in die Region bringen. Das 16. Jahrhundert erlebt eine erste Blütezeit, und Mitte des 17. Jahrhunderts zählt die sächsische Rebfläche zwischen Elbtal und Lausitz 5.000 Hektar. Für neuen Schub sorgt ab 1799 die neue „Sächsische Weinbaugesellschaft“: 1811 gründet sie in Meißen Europas erste Winzerschule. Aber es gibt Rückschläge: Erst kommt der Mehltau, kurz darauf eine verheerende Reblausplage. Sie dezimiert die Rebfläche dramatisch: 1912 wachsen nur noch auf 150 Hektar Weinstöcke, nach dem zweiten Weltkrieg sind gerade noch 60 Hektar übrig. Auch die ersten Jahrzehnte der DDR bringen keine nennenswerte Verbesserung. 

Frisch: Der Neuanfang

Erst zum Beginn der 1980er Jahre beginnt zaghaft eine neue Ära: Erste Flächen werden aufgerebt, viele Hobbywinzer ergreifen die neue Chance mit Leidenschaft. Frischen Schwung bringt die Wende 1989: Mit einheitlichen Weingesetzen, neuen (oder wieder gegründeten) Weinbaubetrieben und -gütern kehrt das Leben in die Weinberge zurück. Heute genießen viele Weine bekannter Lagen wie dem Radebeuler „Goldenen Wagen“, dem Meißner „Kapitelberg“ oder vom Königlichen Weinberg in Pillnitz einen hervorragenden Ruf. Sachsens 850-jährige Weintradition hat Anschluss gefunden – auch dank der Arbeit junger, innovativer Winzer. 

Anders: Die jungen Wilden

Sie sind hervorragend ausgebildet. Bringen neue, frische Ideen mit. Und die Kraft, das entscheidende Mehr daraus zu machen. In ihren Weinbergen in Dresden Elbland gehen die „jungen Wilden“ mit viel Mut und Lust an die Arbeit. Diese Winzerinnen und Winzer sorgen für schrittweise Veränderung: Umweltschonender Anbau, maßvoller Rebenanschnitt, seltenere Trauben, moderne Keltertechnik und eher kleine Erträge gehören dazu – und viel Leidenschaft für großartige Weine.

Karte

Verantwortlich für diesen Inhalt
Dresden Elbland  Verifizierter Partner  Explorers Choice