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Via Regia und Frankenstraße: Niederlausitz und Dresdner Umland von Elsterwerda nach Coswig

Mountainbike · Niederlausitz
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Dirk Neubauer 
  • Mountainbike-tour im Lausitzer Seenland: Via Regia und Frankenstraße: ...
    / Mountainbike-tour im Lausitzer Seenland: Via Regia und Frankenstraße: ...
    Video: Outdooractive
  • / Postmeilensäule in Elsterwerda (Okt. 2010)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
  • / Elsterschloss Elsterwerda (Aug. 2015)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
  • / Wegmarkierung in Elsterwerda (Aug. 2015)
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  • / Wegweiser in Gröden (Aug. 2015)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
  • / Heidebergturm (Aug. 2015)
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  • / Weg nahe Hirschfeld (Aug. 2015)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
  • / Wegweiser nahe Hirschfeld (Aug. 2015)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
  • / Weg nahe des Pfaffenberges (Aug. 2015)
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  • / Markierung der Via Regia an der Landesgrenze (Aug. 2015)
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  • / Weg in den Nauwiesen (Aug. 2015)
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  • / Markierung in der Laußnitzer Heide (Aug. 2015)
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  • / am Via Regia Haus in Königsbrück (Aug. 2015)
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  • / Kirche Königsbrück (Aug. 2015)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
  • / Via Regia Säule in Königsbrück (Aug. 2015)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
  • / Wegweiser in Königsbrück (Aug. 2015)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
  • / Grüne Säule (Aug. 2015)
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  • / Wegweiser vorm Eggeholz (Aug. 2015)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
  • / Leuchtturm am Fasanenschlößchen (Aug. 2015)
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  • / Fasanenschlößchen (Aug. 2015)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
  • / Jagdschloss Moritzburg (Aug. 2015)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
  • / Postmeilensäule bei Moritzburg (Mai 2011)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
m 150 100 50 80 60 40 20 km
Mit dem Rad auf den Spuren von Jakobspilgern und über alte Handelswege von Elsterwerda westwärts bis in die Eifel.
schwer
Strecke 94,3 km
6:30 h
699 hm
660 hm
Auf örtlichen Wanderwegen durch das Schradenland beginnen wir unsere Reise. Wir treffen auf die Via Regia und ab Königsbrück folgen wir einer Variante des sächsischen Jakobsweges zur Elbe.

Autorentipp

Elsterwerda (Schwarze Elster, Schloss, Postmeilensäule, Marktplatz), Heideberg, Königsbrück (Schloss, Wegsäule Via Regia), Lössnitzgrundbahn, Fasanenschlößchen, Jagdschloss Moritzburg.

Es gibt unterwegs Versorgungsmöglichkeiten in Elsterwerda, Ortrand, Böhla, Königsbrück, Laußnitz, Ottendorf-Okrilla, Medingen, Bärnsdorf, Moritzburg und Coswig.

In Coswig gibt es Hotels und Pensionen zum Übernachten.

Schwierigkeit
schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Heideberg, 202 m
Tiefster Punkt
Elsterwerda (Schwarze Elster), 89 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Sicherheitshinweise

Der Weg ist auf etwa 45 km befestigt. Die restlichen 50 km sind unbefestigte Wald, Ufer- und Feldwege bzw. Pfade, teilweise sehr matschig und zerfahren.

Start

Elsterwerda, Marktplatz (90 m)
Koordinaten:
DD
51.458072, 13.522500
GMS
51°27'29.1"N 13°31'21.0"E
UTM
33U 397351 5701801
w3w 
///austauschbar.zigarre.neubaugebiet

Ziel

Coswig (Elbe), Bahnhof

Wegbeschreibung

Ich sitze mal wieder auf dem Rad und fahre gerade hinunter zur Schwarzen Elster. Es geht über diese hinüber und dann am Elsterschloss vorbei, welches heute das städtische Gymnasium bildet. Bis Ortrand habe ich mir eine Route entlang der Höhenzüge an der ehemaligen sächsisch-preußischen Grenze herausgesucht. Dabei werde ich auch die höchsten Erhebungen Brandenburgs bezwingen. Ich fahre auf dem Radweg neben der B 101 südwärts entlang der Bebauung. An der markanten Rechtskurve der Straße halte ich mich dann geradeaus nach Krauschütz hinein, einen südlichen Elsterwerdaer Stadtteil. An einem Betonmast prangt mir dann die erste rote Markierung des Tages entgegen. Die Straße nach links führt durch die Felder Richtung Plessa-Süd und ich folge ihr. Bald halte ich mich wieder südwärts auf einem schnurgeraden Sträßchen Richtung Gröden. Die Markierung ist unerwartet gut. Ich quere bald die Pulsnitz, einen schnurgeraden, träge dahinfließenden Flusslauf.

Gröden durchquere ich ohne abzubiegen, quere dabei die Durchgangsstraße des Ortes. Die Straße beginnt zu steigen und am Ortsende erreiche ich den Wald. Der Schraden liegt vor mir. Eindeutig weisen die Wegweiser das Sträßchen hinauf zur Querung des bewaldeten Höhenrückens. Ich folge ihnen bei noch angenehmer Steigung. Nach einer Weile beginnt rechterhand des Sträßchens die erste Freifläche und links weist die Markierung in einen einfachen Waldweg. Auf diesem fahre ich fast höhengleich nun in den Wald.

Nach einer Weile weist die Markierung rechterhand steil bergauf, auch ein Skihang und eine Rodelbahn sind ausgeschildert. Ich schiebe das Rad anfangs den steilen, sandigen Hang hinauf. Weiter oben wird die Steigung gemütlicher, dass ich wieder fahren kann. Allerdings verschließt sich mir, wie man auf diesem ausgefahrenen Weg rodeln soll, vorausgesetzt es fällt überhaupt mal genug Schnee in dieser Gegend. An einer ausgeprägten Wegekreuzung biege ich dann wieder in südliche Richtung und stehe bald an der höchsten Stelle des Höhenzuges auf dem Heideberg bei knapp 202 m. Das ist damit zugleich die höchste Stelle des heutigen Tages. Hier wurde vor einigen Jahren ein 9-etagiger hölzerner Aussichtsturm errichtet. Auf diesen klettere ich nun und betrachte mir den wolkenverhangenen, bewaldeten Höhenzug zu meiner Linken und Rechten. Im Norden im Dunst erahne ich irgendwo Elsterwerda, im Süden kann ich Dresden und die Elbe auch nur erahnen.

Ich klettere wieder runter zu meinem Rad und betrachte mir eine rot-grüne Markierung zu einem schmalen Pfad. Die Markierung gilt dem Grenzsteinweg, der wohl direkt auf der ehemaligen sächsisch-preußischen Grenze entlang führt ohne Rücksicht auf Wege oder Topografie. Mein rot markierter Weg führt nun etwa parallel zu diesem in östlicher Richtung entlang. Ich betrete damit erstmals auf meiner Tour sächsischen Boden, werde dem Grenzsteinweg aber im weiteren Verlauf noch öfter begegnen. Der Weg verläuft halbwegs gut befahrbar in etwa höhengleich durch den Wald. Dann taucht wieder die Markierung des Grenzsteinwegs auf und mit diesem zusammen gelange ich an einen geteerten Weg.

Geradeaus zieht die Schneise der Grenze in den Wald. Meine rote Markierung weist den geteerten Weg entlang, mit dem ich rasant bald aus dem Wald herausrolle. Die Landschaft öffnet sich, eine lange Allee erscheint vor mir, in der Ferne schon wieder Hügel, teilweise bewaldet. Ich rolle zur Straße runter und auf dieser dann nach Osten hinunter nach Hirschfeld. Im Ort vollführt die Straße eine ausgeprägte Linkskurve, ich bleibe geradeaus in eine schmale Straße, welche derzeit auch noch wegen einer Baustelle gesperrt ist. Hinter der kleinen Baustelle biege ich rechts ab und ein Sträßchen führt in ein Neubaugebiet. Die Straße steigt an und wird am Ende der Bebauung zu einem üblen Schotterweg, der als Hohlweg durchs Gehölz auf die Höhe zieht. Oben ist wieder freie Sicht und weiter vorne ist schon ein einsamer Wegweiser in der Weite des Ackers zu erkennen. Dieser weist mir dann links den Weg nach Großthiemig. Von rechts kommt hier übrigens der Grenzsteinweg aus Richtung Heideberg heran. Ich stehe also wieder an der Grenze.

Nach kurzer Zeit wendet sich der gute Weg mitsamt dem Grenzsteinweg nach rechts. Ich folge der roten Markierung geradeaus auf einer unscheinbaren Ackerspur. Später gelange ich auf einen breiten Schotterweg, mit dem ich langsam nach Großthiemig herabrolle. Hier halte ich mich gleich rechts und fahre auf einer Anwohnerstraße bald am Freibad vorbei, Markierungen sind nicht zu finden. Auf einer Straße halte ich mich kurz rechts, um dann mit einem Weg linkerhand steil einen Abhang hinauf zu gelangen. Oberhalb wird dieser zum Wiesenweg.

Ich erreiche bald einen breiten, sandigen Feldweg, dem ich ostwärts folge. Im Prinzip wird weiträumig eine große Kiesgrube umgangen. Zügig rolle ich nach einigen Kurven hinab in eine Niederung. Hier habe ich die sächsische Grenze wieder erreicht. Laut Karte soll ich dieser jetzt folgen und ziehe wirklich linkerhand auf einer Wiesenspur parallel zu einem Wäldchen das Gelände hinauf. Linkerhand ist schön der Weg zu erkennen, den ich gekommen bin. Am Ende erreiche ich eine Ackerfläche, welche vom Wald und Gehölz umschlossen ist. Die Spur endet hier, ich schiebe mein Rad über den Acker entlang des dichten Gehölzes. Dort drin vermute ich einen Bach, eventuell trocken. An einer günstigen Stelle steige ich hinab und entdecke dort einen schönen Wanderpfad, markiert mit einem grünen Balken und roten Punkt.

Ich folge dem Pfad und meine Sorgen, in eine Sackgasse gelaufen zu sein, schiebe ich erst einmal beiseite. Das Gehölz läuft auf einen weiteren Wald zu, der Pfad ist bald nicht mehr existent, das Gehölz zu dicht. Ich laufe nun auf dem Acker nebenher. Laut Karte soll meine Route im Wald in der Richtung weiter laufen, aber ich finde beim besten Willen keinen weiterführenden Pfad. Hier komme ich nicht durch. Daher wende ich mich rechterhand am Waldrand entlang und erreiche eine Stelle, wo Forstfahrzeuge eine Bresche geschlagen haben. Ich folge der breiten Spur in den Wald hinein und entscheide mich an Verzweigungen immer für die breitere Spur. Es geht mächtig hinauf, der 198 m hohe Schafberg liegt hier irgendwo vor mir.

Letztlich enden alle Spuren von Forstfahrzeugen und ich trage und schiebe das Rad durchs Unterholz, umkehren möchte ich nicht mehr. Dann erkenne ich linkerhand etwas unterhalb von mir einen richtigen Weg. Zu diesem arbeite ich mich vor und erreiche mit diesem weiter leicht aufwärts den Schafberg und bald eine Freifläche mit Pausenbank. Über die Freifläche könnte ich jetzt sicher wieder Richtung Zivilisation gelangen, aber vermutlich habe ich beinahe meine geplante Route erreicht und folge weiter dem Weg, der bald in vielen Kurven hinab in eine Niederung führt. Ein breiter Fahrweg führt bis zu einem Asphaltsträßchen. Und hier stoße ich auf meiner Tour erstmals auf Pilgerspuren. Ein Schildchen mit Jakobspilger zeigt hier die Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen an. Vermutlich habe ich hier eine Variante der Via Regia gefunden, die einen Abstecher über Ortrand vollführt.

Ich rolle auf dem Sträßchen zügig durch den Wald abwärts wieder nach Brandenburg hinein. Bald habe ich den Ortseingang von Großkmehlen erreicht. Ein Wegweiser weist hier zurück in den Wald auf einen sandigen Feldweg zum Kutschenberg. Dorthin muss ich aber nicht, sondern fahre weiter in den Ort. An einem kleinen Platz fahre ich dann eine ostwärts führende Anwohnerstraße hinein. Diese verläuft parallel zur nördlich liegenden Hauptverkehrsstraße. Bald unterquere ich die A 13 und erreiche Ortrand. Einer Radwegemarkierung folge ich linkerhand durch einen kleinen Park, an einem Einkaufsmarkt vorbei erreiche ich eine Ortsdurchgangsstraße.

Durch den Ort rolle ich hindurch, orientiere mich an Infoschildern und nicht meiner Route. Er wirkt verschlafen auf mich, kaum Leute sind unterwegs. Dann habe ich auch schon die Altstadt hinter mir gelassen. Einen Hinweis auf die Via Regia habe ich nicht gefunden, früher soll Ortrand wohl an einem nördlichen Strang der Via Regia gelegen haben, hier konnte man auch die Pulsnitz queren. Diese liegt aber nördlich des altes Ortskernes und ich komme mit ihr auf meiner Route nicht in Berührung. Richtung Bahnhof auf einer Kopfsteinpflasterstraße geht es für mich aus dem Ort hinaus. Linkerhand folge ich der Straße zu einer Unterführung und passiere den rückwärtigen Teil des Bahnhofsgeländes.

Kurz darauf verlasse ich diese Hauptstraße, ein Campingplatz ist ausgeschildert. Dieser war im Pilgerführer erwähnt, der sich sonst über diese Variante aber beinahe ausschweigt, nur die wenigen durchquerten Orte aufzählt. Die eigentliche Via Regia verläuft südlicher in direkter Ost-West-Richtung. Die Straße endet am Campingplatz, dieser ist verschlossen. Ich komme also weder hindurch, noch irgendwo an diesem vorbei. Die vielen Gräben hier lassen mich auch keine Experimente wagen. Ich fahre zurück zu der Straße.

Diese führt laut Straßenschildern nach Böhla, wohin ich auch muss. Diesen Ort durchquere ich. Es geht am großen Dorfteich vorbei, kurz darauf quere ich eine größere Straße und fahre mit meiner leicht bergauf, erreiche wenig später Ponickau. Im Ort halte ich mich dann links und wechsle am Ende des Ortes linkerhand auf einen guten Feldweg. Dieser führt mich am Alschteich vorbei, wobei ich nicht zum Teich abbiege, sondern geradeaus in die Wiesen rolle auf einem Weg, der immer mehr zur Wiesenspur wird.

Am Waldrand halte ich mich laut Karte auf der rechten Spur und fahre auf einem schönen, idyllischen Waldweg längere Zeit durchs Grüne am Rosenberg vorbei, viele nasse Wiesen gibt es hier. Am anderen Ende des Waldes komme ich zu einer Freifläche. Auf einer Weide grasen friedlich ein paar Kühe und einige wenige Häuser bilden eine Siedlung, den Anbau Lüttichau. In der Siedlung umrunde ich den Dorfteich und folge einem kleinen Weg den Kräuterberg hinauf. Kurz darauf treffe ich auf einen breiteren Weg, dem ich südwärts in den Wald folge, auch eine Radroute ist gekennzeichnet. Der Weg lässt sich wirklich gut fahren, steigt leicht an. Auf der Höhe verlasse ich den Wald, erreiche eine Straße und rolle hinab nach Röhrsdorf. Den Ort lasse ich links liegen, fahre auf der erreichten Straße weiter südwärts und weiche am Waldrand rechts auf einen Schotterweg aus. Dieser führt mich bald wieder in den Wald und erweist sich als uralte Kopfsteinpflasterstraße, die meines Erachtens nach noch aus napoleonischer Zeit stammen könnte.

Sie führt direkt auf Sacka zu, welches ich an der B 98 erreiche. An der Hauptkreuzung im Ort halte ich mich links und verlasse diese Straße dann aber auch an der Kirche. Dort geht es linkerhand in eine Siedlung, an deren Ende sich ein schmaler Plattenweg anschließt, der mich durch die Wiesen nach Tauscha führt. Hier im Ort habe ich laut Pilgerführer die originale Via Regia erreicht, was sich mir auch in Gestalt der Pilgerherberge darstellt. Ich folge der Markierung des Pilgerwegs und gelange zu einer Pilgerbank mit kleiner Informationstafel über den Weg hier im Ort.

Nun führt der Pilgerweg weiter auf einer Anwohnerstraße und wird zu einer Wiesenspur, die zu einer Landstraße läuft. Markierungen sehe ich keine mehr. Es geht nun gegenüber der Straße in den Wald hinein auf einem kleinen Pfad. Direkt danach gelange ich auf einen breiten Waldweg neben einigen Hallen. Als ich mich umblicke, erkenne ich eindeutig eine Markierung. Und da wird mir klar, dass die Via Regia nur in Richtung Santiago markiert ist. Ist für mich jetzt zwar unpraktisch, aber ich habe die Route auf meiner Karte und Königsbrück ist nicht mehr weit. Dort möchte ich die Via Regia auch schon wieder verlassen.

Hinter den Hallen führt der Pfad schnurgerade weiter in die Weiten der Laußnitzer Heide. So schmal wie der Pfad auch ist, er ist gut befahrbar, auch wenn einem so manches Mal Zweige ins Gesicht schlagen. Nur dass dieser Pfad eine Altstraße sein soll, fällt mir bei weitem nicht auf. Nur auf der Karte wird dies deutlich, alle anderen Wege im Wald sind schachbrettmusterartig angelegt, nur dieser Pfad schlängelt sich eine Richtung verfolgend durch den Wald, kreuzt dabei alle anderen Forstwege und Pfade. Immer an solchen Kreuzungen kann ich mich umblicken und erkenne eine Jakobsmuschel. Der Wanderer in Richtung Westen ist also gut aufgehoben. Irgendwann passiere ich mitten im Dickicht auch eine steinerne Pilgerbank. Der Pfad ist wohl an vielen Stellen erst bei der Wiederbelebung der Via Regia anhand alter Forst- und Katasterkarten identifiziert und freigeschnitten worden. Hier soll es sogar Wölfe geben.

Dann gelange ich zu einer Wanderhütte, welche aber speziell für Pilger angelegt wurde. Es prangt ein Kreuz samt Jakobsmuschel unter dem Dach. Eine Informationstafel zeigt die Via Regia von Kiew bis Santiago de Compostela und zeigt auch Fotos einer Reise auf dieser. Von dieser Hütte an verläuft die Altstraße auf einem breiten Forstweg, auf dem ich zügig vorankomme. An einer markanten T-Kreuzung endet dieser und ich schlage mich geradeaus wieder auf einem Pfad in den Wald, komme kurz darauf aber aus dem Wald heraus und gelange an die stark befahrene B 98. Mein Weg führt zum Glück nach Querung der Bundesstraße als rumpeliger Feldweg durch das Rapsfeld. Kurz darauf erreiche ich ein Gewerbegebiet von Königsbrück.

Nun geht es aber nicht geradeaus auf den Ort zu, sondern ich halte mich am linken Rand des vor mir liegenden Waldstücks auf dem Schotterweg. Erst im Wald halte ich mich dann mal rechts und erreiche schließlich eine stärker befahrene Straße. Mit dieser geht es nach Königsbrück hinein. Als das Informationszentrum der Via Regia ausgeschildert ist, nehme ich die Straße dort rechts hoch und stehe sobald vor dem Via Regia Haus, eine blau-gelbe Pilgermuschel prangt mir entgegen. Drinnen finde ich sehr saubere Toiletten und kann mir an einem Wasserhahn meine Trinkflasche neu füllen. Auf mehreren Etagen sind hier filigrane, hölzerne Modelle diverser Kirchenbauten entlang der Via Regia ausgestellt. Ganz oben finde ich ein paar Männer bei Holzklebearbeiten. Einen Stempel bekomme ich hier zwar nicht, aber einen Aufkleber, den ich mir als ersten "Stempel" in das Pilgerheft des sächsischen Jakobsweges drücke.

Ich rolle dann wieder runter zur Hauptstraße. Ich quere die Pulsnitz, tatsächlich derselbe Flusslauf wie heute morgen nahe Elsterwerda. Die Straße steigt an und auf einer Anhöhe direkt vor mir steht die leuchtend gelbe Kirche des Ortes. Linkerhand des Schlosses kämpfe ich mich auf Kopfsteinpflaster den Berg hinauf und passiere dabei eine Meilensäule der Via Regia. Dann stehe ich auf dem Marktplatz und finde diesen genauso verlassen vor, wie in Ortrand. Königsbrück war ursprünglich nur ein Kreuzungspunkt zweier Altstraßen, der Via Regia und einer Erweiterung der Frankenstraße. Und genau hier werde ich nun auch den Weg wechseln und auf den sächsischen Jakobsweg, die Frankenstraße, schwenken. An einer Mauer unterhalb des Schlosses finde ich den entscheidenden Wegweiser, der den Ökumenischen Pilgerweg vom Sächsischen Jakobsweg trennt. Ich rolle nun die Straße hinunter, quere nochmals die Pulsnitz und passiere eine größere Kreuzung über die B 97. Dahinter steigt die Straße steil Richtung Bahnhof an, die Pilgerzeichen weisen auf den Treppenaufstieg. Die Straße unterquert letztlich die Gleise und führt hinter dem Bahnhof entlang, wo dann auch die Pilgerzeichen wieder auftauchen. Auf die Höhe führt die Straße an diversen Plattenbauten und der katholischen Kirche vorbei. Hier erreiche ich noch einmal am heutigen Tage eine Höhe über 200 m.

Kurz darauf geht es rechts in einen Landweg hinein, linkerhand befindet sich ein Betriebsgelände. Es geht weiter auf dem Weg an der Gehölzreihe entlang und dann entlang der B 97 und der Bahnlinie auf einer alten Asphaltspur erreiche ich bald Laußnitz. Die Bahn überquere ich nun am Bahnhaltepunkt, zuvor führt der Pilgerweg kurzzeitig in einer Einbahnstraße in der Gegenrichtung. Dann rolle ich auf dem Fußweg an der Bundesstraße, nur um kurz darauf wieder links mit einer Anwohnerstraße abzubiegen.

Die Straße führt wieder über die Bahn, an Sportplätzen vorbei und dann auf Schotter in den Wald entlang der Bahnlinie. Zusätzlich zur sporadisch auftauchenden Jakobsmuschel ist dieser Weg mit einer lokalen blauen Wanderwegmarkierung gekennzeichnet und gut befahrbar. Ich bin nicht der einzige Radfahrer hier auf der Strecke. Später wechselt der Weg auf die andere Seite der Bahnlinie und dann ein Stück abseits der Strecke befindet sich die Grüne Säule, ein größerer Steinobelisk aus der historischen Forstverwaltung.

Nun überquere ich die Bahnstrecke wieder und halte mich danach rechterhand in den Wald, hier ist auch mit einem gelben Balken markiert. Später erreiche ich ein Asphaltsträßchen und entlang vieler Hallen gelange ich vor zur B 97. Ich bin nun in Ottendorf-Okrilla, die Ortsdurchfahrt auf der Bundesstraße ist aufgrund einer größeren Baustelle für den Autoverkehr gesperrt, so dass ich gemütlich auf dem noch vorhandenen Radweg bzw. auf der leeren Fahrbahn in den Ort einfahre. Laut Karte bereite ich mich auf einen Abzweig vor und die Muschelmarkierung weist mich dann auch rechts ab.

Auf diesen Nebenstraßen und durch ein kleines Waldgebiet komme ich dann nach Cunnersdorf und hier direkt hinunter zur Durchgangsstraße. Auf dieser fahre ich bei regem Verkehr westwärts, bevor ich dann mit einer Anwohnerstraße rechts bergauf abbiegen kann. Entlang eines Neubaugebietes unterhalb des Wachbergs wird aus dem Asphalt dann ein sandiger Feldweg, dem ich bald rasant abwärts folge. Zwischen den Pferdeweiden geht es nun hinab nach Medingen. An der Kirche quere ich hier die Ortsdurchgangsstraße und folge einem gepollerten Fußweg steil hinauf.

Nach Durchquerung der Wohnbebauung führt der Weg als schmaler Trampelpfad hinter den Hallen eines Gewerbegebietes entlang und dann als breiter, sandiger Weg in die Felder. Vorm Eggeholz, einem kleinen Wäldchen, treffe ich an einer Wegekreuzung wieder auf aussagekräftige Wegweiser. Ich befinde mich hier zusätzlich zum Jakobsweg anscheinend auf dem rot markierten Wanderweg Lößnitz-Laußnitz. Die Lößnitztalbahn ist die Bahnstrecke von Radebeul zum Schloss Moritzburg. Ich denke, Moritzburg ist nicht mehr weit.

An den folgenden weit einsehbaren Wegekreuzungen hier zwischen den Kuhweiden achte ich zusätzlich zu meiner Karte genau auf die Markierungen und erreiche bald die laute A 13, welche ich überquere. Schließlich gelange ich nach Bärnsdorf, welches ich auf schmalen Sträßchen unter anderem entlang der Kirche durchquere. Ein Stück fahre ich dann noch auf der Ortsdurchgangsstraße, um mich dann letztlich linkerhand mit einer Kopfsteinpflasterstraße leicht bergauf Richtung Moritzburg zu halten. Der Bärnsdorfer Großteich liegt linkerhand und das Fasanenschlößchen sowie der zugehörige Leuchtturm sind kurzzeitig gut zu sehen. Auf dem gut zu fahrenden Schotterweg umrunde ich schließlich neben vielen anderen Radfahrern den Teich und komme am Schlößchen an.

Ich rolle nun durch den Park am Kanal entlang mit direktem Blick auf das prächtige Jagdschloss Moritzburg. Ist schon imposant angelegt das gesamte Anwesen. Vorn gelange ich dann zu einer Straße, der ich kurz entlang des Uferwegs vom Schlossteich ausweichen kann, dann aber weiter an dieser entlang bis zum Schloss rolle, eine traumhafte Märchenkulisse. Im Schloss bekomme ich einen Stempel. Dann halte ich mich auf der Straße weiter und am Ende des Teiches fahre ich rechts in den Wald. Es geht auf gutem Weg leicht aufwärts. An der nächsten Wegekreuzung halte ich mich direkt westwärts.

An einer Gabelung halte ich mich rechts und passiere eine größere Wiese. Dahinter biege ich links nach Süden ab und komme gleich darauf in einen Ort namens Auer. Hier in den Waldgebieten vor der Elbe erreiche ich noch einmal Höhen knapp an den 200 m. Einer Straße folge ich zu einer größeren Kreuzung, wo ich die Fußgängerampel benutze. Statt aber nun in den Ort zu fahren, halte ich mich linkerhand neben der Umgehungsstraße, quere gleich darauf die nächste Straße und ab geht es auf Schotter wieder in den Wald. Mein Weg führt am Ilschenteich vorbei, dann erreiche ich eine Straße.

Linkerhand komme ich zum Forsthaus Kreyern, ich nehme hinter dem Forsthaus einen Weg über die Wiese des Grundstücks, der im Wald als schmalerer, aber gut zu befahrener Pfad im Schlängelkurs entlangführt. Für den Fußpilgerer ist das wieder ein überaus schönes Stückchen Weg nach den vielen langweiligeren Forstwegkilometern. Dann komme ich in eine Siedlung und muss alle Aufmerksamkeit dem steil abfallenden, sandigen und schottrigen Weg widmen. Auf kurzer Strecke verliere ich hier beinahe 100 hm, Coswig ist erreicht.

Ich erreiche letztlich eine Straße, der ich links folge. Gleich geht es wieder rechts in eine Straße, der ich lange folge, unter Bahnschienen hindurch und bis zu einer verkehrsreichen Straße für den Durchgangsverkehr, der Weinböhlaer Straße. Dieser folge ich bis ins Zentrum der Stadt, immer die Schilder Richtung Bahnhof im Blick, an dem der Jakobsweg direkt vorbeiführt.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Elsterwerda erreicht man mit Zügen aus Berlin, Dresden, Leipzig und Cottbus.

Anfahrt

A 13 Abfahrt Ruhland und dann B 169 nach Elsterwerda.

Koordinaten

DD
51.458072, 13.522500
GMS
51°27'29.1"N 13°31'21.0"E
UTM
33U 397351 5701801
w3w 
///austauschbar.zigarre.neubaugebiet
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Ausrüstung

Trekkingrad oder Mountainbike (auch mit Gepäck).

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Schwierigkeit
schwer
Strecke
94,3 km
Dauer
6:30 h
Aufstieg
699 hm
Abstieg
660 hm
mit Bahn und Bus erreichbar aussichtsreich kulturell / historisch Von A nach B botanische Highlights

Statistik

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