Martin Luther

Renaissance und Reformation

Mönche und finstere Machenschaften

Es gibt mehrere Orte im Sächsischen Elbland, die für das Leben und Werk des Reformators Martin Luther von Bedeutung waren. Wer sie besuchen möchte, wählt mit Pirna einen geeigneten Ausgangspunkt. Denn auch wenn Luther wohl selbst nie dort war, nahm seine Kirchenrevolte gewissermaßen hier ihren Anfang. In der Schmiedegasse kam um das Jahr 1460 im Hause eines Goldschmieds der kleine Johann Tetzel zur Welt. Das Handwerk des Vaters wollte er nicht lernen und wurde Dominikanermönch. Bald zog er durch die Lande, um „Ablassbriefe“ zu verkaufen – also die kirchliche Lossprechung von begangenen und sogar geplanten Sünden! Die Erlöse der Aktion sollten übrigens die Baukosten des Petersdoms in Rom mitfinanzieren.

Hilfe von hoher Stelle

Besonders der Ablasshandel Tetzels war es, der Martin Luther zur Weißglut brachte und ihn 1517 zu einem folgenschweren Schritt trieb: Mit harten Hammerschlägen nagelte er am 31. Oktober ein Plakat mit 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche. Darin kritisierte er die Praxis des Ablasshandels und setzte damit die Reformation in Gang. Die schlug bald so hohe Wellen, dass Luther seines Lebens nicht mehr sicher war. Hilfe und Schutz bot ihm Friedrich der Weise auf Schloss Hartenfels in Torgau. Er ließ Luther inkognito als „Junker Jörg“ auf die Wartburg bei Eisenach bringen, wo Luther große Teile der Bibel erstmals in die deutsche Sprache übertrug.

Im politischen Zentrum der Reformation

Dem Einsatz von Friedrich dem Weisen ist es zu verdanken, dass die Ideen der Reformation in Sachsen rasch Früchte trugen. Erste lutherische Gottesdienste fanden schon bald nach der Reformation in der Torgauer Stadtkirche St. Marien statt. Dort ist neben dem Lucas-Cranach-Werk „Nothelfer“ auch der Grabstein von Luthers Frau Katharina zu sehen, die in der Stadt ihre letzten Lebensjahre verbrachte. In der Katharinenstraße 11 wird ihres Lebens gedacht.
Direkt auf Schloss Hartenfels ist die Schlosskirche unbedingt sehenswert, die 1544 von Luther selbst geweiht wurde und die als erster protestantischer Kirchenneubau gilt. Besonders auffällig: Die Kanzel in der Mitte des Kirchenschiffs. Das ist durchaus symbolisch zu verstehen, denn nach Martin Luthers Ansicht bildet das Wort Gottes den Mittelpunkt des Glaubens.

Ausflugstipps

Veranstaltungen "Religiöse Angebote"

Die Elbländer verstehen zu feiern - und wollen ihre Gäste daran teilnehmen lassen. Stöbern Sie in der Veranstaltungsdatenbank des Sächsischen Elblandes.

Mehr erfahren ›

Einblick in die Katharina Luther Stube in Torgau

Torgau: auf Luthers Spuren

Torgau ist die prächtige Residenzstadt im Dresden Elbland. Martin Luthers neue Lehre fiel hier auf fruchtbaren Boden. So wurde Torgau eine der wichtigsten Wirkungsstätten des Theologen und politisches Zentrum der Reformation.

Mehr erfahren ›

Dresden Silhouette

Dresden: im Kreis der Lutherstädte

Martin Luther besuchte auch die Landeshauptstadt Dresden in den Jahren 1516 und 1517. In der damaligen Schlosskapelle predigte er vor dem Sächsischen Hof. 

Mehr erfahren ›

Stadtfuehrerin erkundet mit Gaesten Pirna

Pirna: Einladung ins Tetzelhaus

Der Ablassprediger Johann Tetzel gilt als Antagonist Luthers. Einige Quellen nennen Pirna als seinen Geburtsort. 1465 soll der Dominikanermönch in der Schmiedestraße 19 geboren sein.

Mehr erfahren ›

Albrechtsburg Meissen, Bischoff Benno Ausstellung

Meißen: Streifzüge durch Reformation und Gegenreformation

1539 hielt die Reformation in der heute für feines Porzellan verehrten Stadt Meißen Einzug. Symbolhaft dafür steht die Zerstörung eines Heiligengrabes im Meißner Dom: Bischof Benno von Meißen (1010-1106) wurde 1523 heiliggesprochen.

Mehr erfahren ›

Weinboehla St. Martinskirche Innenansicht

Weinböhla: zu Gast bei Luthers Hochzeit

Auch andernorts wird im Sächsischen Elbland der Reformation gedacht. Weinböhla gestaltet am 13. Mai die Hochzeitsfeier von Martin Luther und Katharina von Bora musikalisch nach.

Mehr erfahren ›

Lutherweg Sachsen Logo an Baum

Lutherweg Sachsen

Der Lutherweg in Sachsen ist Teil des Mitteldeutschen Lutherweges mit den Strecken in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Er führt u.a. durch Torgau, Eilenburg und Zwickau.

Mehr erfahren ›

Sachsen Tourismus{$text.alt.servicequali}