Die Sächsische Weinstraße in der Bilanz: 25 Jahre Landschaftserlebnis, Kultur und Genuss

05/29/2017

Das Bild zeigt den Vorstandsvorsitzenden des Tourismusverbandes Sächsisches Elbland e.V., Bert Wendsche, sowie die amtierende Sächsische Weinkönigin Friederike Wachtel und Katja Riedel vom Romantik Hotel Deutsches Haus Pirna.

 

Die 55 Kilometer lange Tourismusroute erstreckt sich entlang der Elbe von Pirna über Dresden, Radebeul, Coswig, Meißen, Diera-Zehren bis nach Diesbar-Seußlitz. Eine Nebenroute zweigt von der Hauptroute in Coswig ab und führt über Weinböhla, Niederau und Gröbern zurück auf die Hauptroute in Meißen. Vor 25 Jahren wurde die Sächsische Weinstraße am Himmel-fahrtswochenende in Diesbar-Seußlitz  unter Anwesenheit des damaligen und kürzlich verstorbenen Regierungspräsidenten Helmut Weidelener und der Sächsischen Weinkönigin Anke Römer eingeweiht. Die Idee, eine solche touristische Route zu schaffen, hatte Günter Rühle, einstiger  Weinbauberater der Sächsischen Winzergenossenschaft. Er fand in dem ein Jahr zuvor gegründeten Tourismusverband Sächsisches Elbland den richtigen Partner: Mit kommunaler und politischer Unterstützung und unter Leitung des Tourismusverbandsgeschäftsführers Udo Niehoff wurde innerhalb eines Jahres der Verlauf der Sächsischen Weinstraße festgelegt und ausgeschildert. Damals wie heute ist der Tourismusverband der rechtliche Träger der Sächsischen Weinstraße. 

Dessen Vorstandsvorsitzender Bert Wendsche sagte zum Weinstraßenjubiläum: „Unser heutiges Gedenken an das Gründungs-jubiläum findet als Staffelstabübergabe statt. Denn Pirna am östlichen Beginn der Sächsischen Weinstraße liegt in der benach-barten Urlaubsregion  Sächsische Schweiz. Mit dem dort zuständigen Tourismusverband pflegen wir seit Jahren eine gute Zusammenarbeit. Als Zeichen dafür übergaben der Stellvertretende Verbandsvorsitzende Thomas Kunack und der Geschäfts-führer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz Tino Richter symbolisch einen Staffelstab an Petra Kadner, die in der Gründungszeit maßgeblich an der Schaffung und Entwicklung der Weinstraße in Pirna beteiligt war. Sie wiederrum übergab mir den Staffelstab, den ich stellvertretend für alle weiteren Kommunen an der Sächsischen Weinstraße in Empfang genommen habe.“     

Bert Wendsche ging in seiner Rede auf die touristische Entwicklung der Region ein, die durch die Wein-Tourismusroute einen entscheidenden Schub erhalten hat: Seit Einweihung der Sächsischen Weinstraße stiegen die Übernachtungszahlen im Sächsi-schen Elbland um das Doppelte. 1994 verbuchte die Region etwa eine halbe Million Übernachtungen. 2016 waren es  1.342.000 in gewerblichen Betrieben ab zehn Betten in der gesamten Ferienregion. Bei den Ankünften (Gästezahlen) ist eine Steigerung um mehr als das Doppelte zu vermelden (1994: rund 200.000; 2016: 428.000). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag 1994 bei 2,6 Tagen, und bewegt sich in den letzten Jahren zwischen 3,0 und 3,2 Tagen (2016: 3,2 Tage). Die touristische Infra-struktur -  darunter Übernachtungs- und Gastronomiebetriebe, Rad- und Wanderwege, Ausschilderungen, moderne Tourist-Informationen und Freizeiteinrichtungen -  wurde fortlaufend ausgebaut. Zählte das Sächsische Elbland Anfang der 90er Jahre weniger als 5.000 Betten, so waren es 2016 mit 8.953 Betten rund 80 % mehr (Hinweis: alle Angaben ohne Dresden).

Auch die Weinveranstaltungen an der Erlebnisstraße sind in Anzahl und Qualität immens gestiegen. Mittlerweile finden Wein-feste in allen Orten an der Sächsischen Weinstraße – darunter die größten in Meißen und Radebeul mit insgesamt über 100.000 Besuchern – statt. Die Weingüter selbst laden zu etwa 20 weiteren Wein- und Hoffesten und zu unzähligen Veranstaltungen über das ganze Jahr ein. Dazu zählen moderierte Weinproben, geführte Weinwanderungen, kulinarische und kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und Ausstellungen. Die Osterveranstaltungen und Weihnachtsmärkte auf den sächsi-schen Weingütern erfreuen sich seit etwa 5 Jahren größter Beliebtheit. Als die „Tage des offenen Weingutes in Sachsen“ im Jahr 2000 erstmals stattfanden, beteiligten sich 19 Weinbaubetriebe. Am letzten August-Wochenende 2017 werden es 45 Weingüter auf beiden Seiten der Elbe sein; erwartet werden etwa 18.000 Besucher. Die Sächsische Weinstraße lässt sich auf unterschiedliche Weise erkunden: mit dem Auto, zu Fuß auf dem 2004 eingeweihten Sächsischen Weinwanderweg, per Schiff oder mit dem Fahrrad auf dem mehrfach als beliebtester Radweg Deutschlands ausgezeichneten Elberadweg. 

Weitere Angebote, die es Anfang der 90er Jahre noch nicht oder nur vereinzelt gab, sind inzwischen seit der Gründung der Sächsischen Weinstraße mit stetig steigender Nachfrage entstanden. Dazu zählen die neuen Erlebnismöglichkeiten wie Europas erstes Erlebnisweingut Schloss Wackerbarth und die WeinErlebnisWelt der Sächsischen Winzergenossenschaft. Hier sind tägliche Kellerführungen, Wein-und Sektproben möglich. Im neuen Informations- und Besucherzentrum zur Sächsischen Wein-straße in der Hoflößnitz Radebeul können sich die Besucher im Weinschauraum über nahezu alle Weingüter entlang der Elbe informieren und deren Weine verkosten. Währen im Historischen Weinböhlaer Weingut mit dem Peterkeller rustikal-traditionelle Veranstaltungen stattfinden, lädt das Weingut Schloss Proschwitz Prinz zur Lippe zu hochkarätigen Kultur- und Weinveranstaltungen teil – die Bandbreite der Erlebnismöglichkeiten an der Sächsischen Weinstraße ist groß, 

Der 90 km lange Sächsische Weinwanderweg von Pillnitz bis Diesbar-Seußlitz wurde 2004 eingeweiht. Über hiesige Reisever-anstalter können Mehrtagesreisen mit Wandern ohne Gepäck gebucht werden. Geführte Weinwanderungen – teilweise mit zertifizierten Weingästeführern – werden über die Tourist-Informationen in Radebeul, Meißen und Diesbar-Seußlitz sowie von einigen Weingütern angeboten. Das Deutsche Weinwander-Wochenende am letzten Aprilwochenende mit über 20 Wanderungen in Sachsen durch sonst nicht zugängliche Weinberge, die großen Jungweinproben Sachsen und Saale-Unstrut im April/Mai, die Tage des offenen Weingutes in Sachsen am letzten Augustwochenende, der Elbtalweinlauf mit Start in Meißen  Anfang Oktober gehören inzwischen zu den jährlichen Höhepunkten im Veranstaltungskalendern der Orte und der ganzen Region – ebenso wie die herbstlichen Weinfeste. Die größten finden in Radebeul und Meißen am letzten Septemberwochenende statt (Ausnahme 2017: am 1. Oktoberwochenende wegen der Bundestagswahl), weitere in Weinböhla, Pirna, Diesbar-Seußlitz und in zahlreichen Weingütern. Heute können die Gäste der Region Urlaub beim Winzer machen, in Straußwirtschaften einkehren, mit der Sächsischen Dampfschiffahrt die Weinlandschaft von der Elbe aus genießen oder auf dem Elberadweg parallel zur Sächsischen Weinstraße im Bereich Pirna – Diesbar-Seußlitz unterwegs sein. Schließlich können sie in Weinstuben einkehren und dort individuelle oder gesellige Weinproben erleben. 

Weitere Informationsmöglichkeiten:


Über das Sächsische Elbland:

Das Sächsische Elbland bezeichnet das Gebiet beiderseits der Elbe zwischen Dresden und Torgau im Freistaat Sachsen. 850 Jahre Weinbautradition, fürstliche Kulturdenkmäler, die Wiege der europäischen Porzellanherstellung und Zeugnisse der Re-formation bilden mit der malerischen Flusslandschaft der Elbe sowie urwüchsigen Mischwäldern und weitläufigen Teich- und Heidelandschaften ein reizvolles Ziel für anspruchsvolle Kultur- und entspannte Rad- und Wanderurlauber. 

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